{"id":368,"date":"2012-04-16T09:58:37","date_gmt":"2012-04-16T08:58:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.jade-race.de\/?page_id=368"},"modified":"2019-04-14T21:12:08","modified_gmt":"2019-04-14T19:12:08","slug":"drag-racing-wiki","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/fooevents.jade-race.com\/?page_id=368","title":{"rendered":"Geschichte"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beschleunigungsrennen&nbsp;oder Dragsterrennen (Drag Racing) sind Motorsportveranstaltungen, bei denen eine gerade Strecke bei stehendem Start schnellstm\u00f6glich zur\u00fcckzulegen ist. Die traditionellen Renndistanzen sind die Viertelmeile (402,34&nbsp;m) und die Achtelmeile (201,17&nbsp;m). Die Rennen der Profiklassen sowie der oberen Amateurklassen werden mit Dragstern bestritten, die bis zu einigen tausend PS bzw. kW leisten. Die Reaktionsschnelligkeit der Fahrer sowie ihre F\u00e4higkeit, die enorme Leistung der Dragster auf den speziell pr\u00e4parierten Drag Strip zu bringen, entscheiden \u00fcber Sieg oder Niederlage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anf\u00e4nge der Beschleunigungsrennen liegen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Zu dieser Zeit kam es bei Jugendlichen in den&nbsp;USA in Mode, sich mit frisierten Autos illegale Stra\u00dfenrennen zu liefern. Filme wie \u2026 denn sie wissen nicht, was sie tun oder American Graffiti greifen dieses Thema auf. \u00dcblicherweise fuhren zwei Fahrzeuge gleichzeitig an einer&nbsp;Ampel los und beschleunigten bis zu einem vereinbarten Ziel, etwa der n\u00e4chsten Ampel oder dem Ende des H\u00e4userblocks. Die Wettk\u00e4mpfe wurden alsbald in legalem Rahmen veranstaltet und vor allem auf Flugpl\u00e4tze verlegt, die nach dem Ende des Krieges in gro\u00dfer Zahl zur Verf\u00fcgung standen. In S\u00fcdkalifornien wurden auch ausgetrocknete Salzseen als Rennstrecken genutzt. Die erste speziell auf Beschleunigungsrennen ausgelegte Rennstrecke wurde 1950 auf einem alten Flughafen in Santa Ana in Kalifornien er\u00f6ffnet. Auch unter Besatzungssoldaten in Gro\u00dfbritannien und in Deutschland wurde diese Art der Freizeitbesch\u00e4ftigung zu einem beliebten Zeitvertreib. Zum Einsatz kamen dabei bevorzugt billige und leichte Vorkriegsmodelle wie das Ford Modell A. Um das Gewicht zu reduzieren, wurden alle Karosserieteile, die nicht unbedingt n\u00f6tig waren, wie etwa Kotfl\u00fcgel, Motorhaube oder Verdeck entfernt. Der Motor wurde leistungsgesteigert oder gleich durch ein modernes V8-Aggregat ersetzt. Angelehnt an diese als Hot Rod bezeichneten \u201ehei\u00dfen \u00d6fen\u201c wurde 1951 in Kalifornien die&nbsp;<em>National Hot Rod Association<\/em>&nbsp;(NHRA) gegr\u00fcndete, die seitdem die gr\u00f6\u00dfte Organisation im Drag Racing ist. Die zweitwichtigste Organisation im amerikanischen Drag Racing ist die IHRA, die&nbsp;<em>International Hot Rod Association<\/em>&nbsp;mit etwa einem Drittel der Gr\u00f6\u00dfe der&nbsp;NHRA.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von den sp\u00e4ten 1950er bis in die 1970er Jahre wurden Muscle-Cars in den USA direkt ab Werk auf die Viertelmeile abgestimmt. Die bekanntesten Vertreter sind der 1969er Dodge Charger, der 1970er Plymouth Hemi Cuda und der 1969erChevrolet Camaro Yenko. Letzterer hielt \u00fcber Jahre den Viertelmeilen-Rekord mit 11,82 Sekunden. Damit ist er auf der Viertelmeile der schnellste serienm\u00e4\u00dfige Wagen. Selbst der 1970er Chevrolet Chevelle SS mit dem bis dahin gr\u00f6\u00dften Serienmotor von Chevrolet mit 7,4 Litern Hubraum (454 cid) und 331&nbsp;kW war nicht in der Lage, den Camaro zu unterbieten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Reglement<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Jahre 1997 f\u00fchrte die FIA eine europ\u00e4ische Drag Racing-Meisterschaft ein. Zu diesem Zweck kooperiert die FIA mit der amerikanischen&nbsp;NHRA und \u00fcbernahm deren Regeln. Die klassische Distanz f\u00fcr Dragsterrennen betr\u00e4gt eine Viertelmeile, was 402,34&nbsp;m entspricht. Dazu kommt eine Auslaufzone, die ungef\u00e4hr gleich lang ist. Wo keine Gerade dieser L\u00e4nge zur Verf\u00fcgung steht oder nur leistungsschw\u00e4chere Fahrzeuge antreten, begn\u00fcgt man sich oft auch mit der halben Distanz von einer Achtelmeile, entsprechend 201,17&nbsp;m. In der Regel treten zwei Fahrer gegeneinander an. Gem\u00e4\u00df den Zeiten (Elapsed Time, ET) in den Qualifikationsl\u00e4ufen werden die Paarungen f\u00fcr die Ausscheidungsl\u00e4ufe festgelegt, die dann im K.-o.-System ausgefahren werden. Die Zeiten werden mit Hilfe einer Lichtschranke gemessen. Insbesondere auch die Reaktionszeit am Start entscheidet \u00fcber Sieg oder Niederlage.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Klasse Public Race k\u00f6nnen die Teilnehmer mit Serienfahrzeugen antreten, die auf der Viertelmeile schneller als 16,50 s aber langsamer als 11,99 s sind. Die Klasse Modified Public ist reserviert f\u00fcr modifizierte Serienfahrzeuge, die schneller als 12,00 s, aber langsamer als 10,90 s sind. Um einer immer weiteren Aufr\u00fcstung der Fahrzeuge entgegenzuwirken und um Wettrennen auch zwischen unterschiedlich starken Fahrzeugen zu erm\u00f6glichen, wird in vielen Amateurklassen nach einem Zeitindex gefahren. Die Rennstrecke ist m\u00f6glichst exakt in einer vorgegebenen Zeit zur\u00fcckzulegen. Eine Unterschreitung dieser Zeit hat die Disqualifikation des Fahrers zur Folge. H\u00e4ufig muss der der Fahrer vor dem Ziel vom Gas gehen, um den Index nicht zu unterschreiten. Ausschlaggebend ist dann mehr das K\u00f6nnen des Fahrers und weniger die Motorleistung seines Fahrzeuges. Die Vorgabezeiten betragen f\u00fcr die Klassen Super Street, Super Gas und Super Comp 10,90 Sekunden, 9,90 Sekunden und 8,90 Sekunden. Bei den&nbsp;<em>Bracket-Rennen<\/em>&nbsp;startet das langsamere Fahrzeug jeweils soviel fr\u00fcher, dass das leistungsst\u00e4rkere Fahrzeug das leistungsschw\u00e4chere an der Ziellinie gerade einholen kann.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fahrzeugklassen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klasse Public Race ist reserviert f\u00fcr mehr oder weniger frisierte, stra\u00dfenzugelassene Fahrzeuge. Die Klasse Modified Public ist reserviert f\u00fcr modifizierte Stra\u00dfenfahrzeuge. In den Klassen Super Street und Super Gas sind weitreichende Modifikationen an Motor und Karosserie erlaubt. Die Rennen der oberen Amateurklassen Super Comp und Competitin Eliminator werden mit Dragstern bestritten, die speziell f\u00fcr Beschleunigungsrennen konstruiert wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Profiklassen sind unterteilt in Pro Stock, Pro Modified, Top Methanol Funny Car, Top Methanol Dragster, Funny Car und Top Fuel Dragster. Die Zeiten f\u00fcr die Viertelmeile reichen von etwa 7 Sekunden bis unter 5 Sekunden. Insbesondere in denUSA ist die Pro Stock-Klasse aufgrund der \u00c4hnlichkeit zu den entsprechenden Serienfahrzeugen und des starken Wettbewerberfeldes bei den Zuschauern sehr beliebt. In Europa dagegen sind Dragster der Pro Stock-Klasse nur in geringer Zahl vertreten, in den meisten F\u00e4llen stammen die Teams aus Skandinavien. Das zur Zeit einzige deutsche Team startet seit 2007 mit einem Pro Stock Dragster auf Basis eines Mercedes Benz CLK 500 aus der&nbsp;DaimlerChrysler-\u00c4ra, ausger\u00fcstet mit einem Chrysler Hemi V8.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Dragster der Top Fuel-Klasse erreichen mehr als die f\u00fcnffache Erdbeschleunigung. Sie geh\u00f6ren damit zusammen mit den Jet Dragstern zu den am schnellsten beschleunigenden Fahrzeugen. Selbst Formel 1-Rennwagen k\u00f6nnen, was die Beschleunigung anbelangt, bei weitem nicht mit Dragstern mithalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rennablauf und Zeitmessung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf den&nbsp;<em>Burnout<\/em>, bei dem der Fahrer die R\u00e4der durchdrehen l\u00e4sst, um sie aufzuw\u00e4rmen, folgt das Einnehmen der Startposition, das&nbsp;<em>Staging<\/em>. Dabei zeigen zwei durch Lichtschranken gesteuerte wei\u00dfe Lampen die Position des Fahrzeuges an. Haben beide Rennwagen ihre korrekte Position erreicht, leuchten drei gelbe Lampen der Startampel auf, je nach Klasse nacheinander oder gleichzeitig. Dann erfolgt nach einer zuf\u00e4lligen Zeitspanne oder durch den Rennleiter die Startfreigabe durch eine gr\u00fcne Lampe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von der Zeit, die vergeht, bis die Fahrzeugfront die Startlinie quert, werden je nach Klasse 0.500 oder 0.400 Sekunden als<em>Reaktionszeit<\/em>&nbsp;(<em>Reaction Time<\/em>, RT) abgezogen, so dass das Optimum eine RT von 0.000 Sekunden ist. Hat der Wagen die Startlinie fr\u00fcher gequert, wird davon ausgegangen, dass der Fahrer nicht auf das gr\u00fcne Licht reagiert hat, wozu ein Mensch mindestens drei Zehntelsekunden braucht, sondern auf Verdacht losgefahren ist. Dies wird mit einer Disqualifikation geahndet und durch eine rote Lampe angezeigt. Die erste Zwischenzeitmessung zu Informationszwecken (<em>Time Slip<\/em>, Zeitzettel) erfolgt nach 60 Fu\u00df, entsprechend etwa 18 Metern. Diesen Punkt erreichen die Profis in weniger als einer Sekunde und sind dann bereits \u00fcber 100&nbsp;km\/h schnell. Eine weitere Messung von Zeit und Geschwindigkeit erfolgt typischerweise in der Streckenmitte. Der Sieger wird den Zuschauern im Startbereich auf einer Anzeigetafel eingeblendet. Zudem werden die vom \u00dcberfahren der Startlinie bis zum Erreichen der Ziellinie verstrichene Zeit (<em>Elapsed Time<\/em>, ET) und die Endgeschwindigkeit angezeigt. Entscheidend f\u00fcr den Sieg ist die Summe von Reaction Time und Elapsed Time. Man spricht von einem&nbsp;<em>Hole Shot<\/em>, wenn durch eine schnelle Reaktionszeit ein auf der Strecke schnellerer Gegner besiegt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Rennveranstaltungen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Drag Races der professionellen Klassen werden auf speziell pr\u00e4parierten Rennstrecken, den Drag Strips ausgetragen. Diese Rennen unterliegen den strengen Restriktionen der FIA, der&nbsp;NHRA oder des DMSB und flie\u00dfen teilweise in die Wertung von europ\u00e4ischen Meisterschaften ein. In Skandinavien werden Profirennen in Mantorp in Schweden, Gardermoen in Norwegen sowie Alastaro in Finnland ausgetragen. Die Rennen auf dem&nbsp;<em>Santa Pod Raceway<\/em>&nbsp;im englischen Podington sowie die allj\u00e4hrlich im August stattfindenden Nitrolympics (NitrolympX) auf dem&nbsp;Hockenheimring sind die gr\u00f6\u00dften Veranstaltungen dieser Art in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neben den Profiveranstaltungen gibt es auch diverse genehmigte Amateurrennen, an denen jedermann teilnehmen kann. In Deutschland finden diese meist auf Flugpl\u00e4tzen statt. Bei den Nitrolympics auf dem Hockenheimring treten in der Klasse bis 10,90&nbsp;s Fahrzeuge mit \u00fcber 1.000&nbsp;PS an, die im Ziel weit \u00fcber 200&nbsp;km\/h erreichen. Durch die hohe Motorleistung und die Griffigkeit des Drag Strips kommt es bei den Fahrern immer wieder zu&nbsp;Wheelies, einem Aufsteigen der Vorderr\u00e4der. Leistungsstarke Serienwagen oder Sportwagen neueren Datums, wie etwa Porsche, sind jedoch fast nie am Start.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Wikipedia<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beschleunigungsrennen&nbsp;oder Dragsterrennen (Drag Racing) sind Motorsportveranstaltungen, bei denen eine gerade Strecke bei stehendem Start schnellstm\u00f6glich zur\u00fcckzulegen ist. 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